Am Freitag, den 5. Dezember 2008, lud die Fachschaft Keltologie zu einem "Keltischen Abend" mit Diarmuid Johnson unter dem Titel "Bilder, Musik und Poesie aus Wales". Diarmuid Johnson ist Musiker, Autor und Dichter in den Sprachen Irisch, Walisisch und Englisch. Derzeit lehrt er keltische Sprachen in Posnan (Polen) als "Visiting Professor".
Vielen älteren Studenten und Kollegen ist Diarmuid aus den Jahren 1993 bis 1995 bekannt, als er als "Lektor für Keltische Sprachen" in Bonn war. Mancher Bonner Musiker kennt Diarmuid hingegen eher im Zusammenhang mit der hiesigen "Irish Folk-Szene", die er zusammen mit dem Bonner Musiker Tom Kannmacher anregte.
Diarmuid spielte beim "Keltischen Abend" zwei verschiedene Flutes. Die eine ist eine englische Konzertflöte aus Ebenholz in D von John Simpson (einem Instrumentenbauer und Verleger von Musikalien, der zwischen 1826 & 1869 in London tätig war), die 2006 vom englischen Flötenmacher Chris Wilkes (aus Herefordshire bei Birmingham) komplett überholt worden war. Die zweite Flute ist eine Holzquerflöte in C, die im Jahr 2006 von Pol Jezequel (aus Persquen/Bretagne) gebaut wurde. Parallel zur Musik lief eine Powerpoint-Präsentation mit den verschiedensten Fotos aus Wales. Es gab zudem mehrere Pausen im Flötenspiel, in denen Diarmuid aus einem neuen Gedichtband Proben seiner Dichtung in walisischer Sprache gab.
Noch ein paar Worte zur vorgetragenen Musik: Bekanntermaßen kennt die walisische Alltagskultur nicht dieselbe Vielfalt an traditioneller Musik, wie sie aus dem benachbarten Irland oder aus der Bretagne vertraut ist. In den letzten Jahren haben sich jedoch verschiedene Musiker darum verdient gemacht, unbekannten Melodien aus walisischen Handschriften seit der Barockzeit zu notieren und ihre Spielweise zu rekonstruieren. Im Mittelpunkt dieser neuen Bewegung steht Ceri Matthews. Manche dieser Melodien haben einen nur geringen Tonumfang und erinnern darin an die bretonische Musik. Auf der Website von Ceri Matthews Musikgruppe "Ysgolan"
finden sich Auszüge dieser Melodien zum Anhören. Bisher spielt nur eine handvoll Musiker diese walisischen Melodien. Um so erfreulicher, daß die Bonner Keltologen und ihre Gäste die Gelegenheit bekamen, an dieser neuen Entwicklung teilzuhaben.
Für die, die den Abend versäumt haben, gibt es zum Trost hier zwei Kostproben von Diarmuids Spielweise. Das erste ist ein langsames Stück (mp3: 1,6MB), das zweite eine Suite aus drei verschiedenen walisischen Melodien (mp3: 8MB). |